Timelines nützen
Es gibt viele Möglichkeiten, die Ordnungsstruktur von Timelines zu nützen: Viele
Menschen hatten traumatische Erfahrungen (Trennung, Verlust, Verletzungen, peinliche
Situationen ...), an die sie immer wieder zurückdenken. Diese Erlebnisse stehen immer
wieder so nah und groß und plastisch vor ihrem geistigen Auge, als würden sie gerade im
Moment geschehen – und entsprechend durchleiden sie auch wieder ähnliche Gefühle
wie damals. Es fällt ihnen schwer, diese Erinnerungen hinter sich zu lassen. Der klinische
Ausdruck dafür ist "Posttraumatische Belastungsreaktion".
Es scheint, als ob an der vergangenen Erfahrung noch etwas aufzuarbeiten sei, etwas zu
klären oder zu lernen. (Auch dafür bietet NLP Werkzeuge, das führt jetzt aber zu weit).
Vielleicht fällt es dem Gehirn aber auch nur schwer, das Erlebte zeitlich einordnen als"vergangen, vorbei, überstanden", weil es so außerordentlich intensiv war.
Ein NLP-Therapeut kann seinen Patienten dabei unterstützen, die traumatische Erfahrung
loszulassen, indem er ihm den Platz auf der Timeline zeigt, wo die Erinnerung hingehört.
An diesem Platz kann er sie einordnen, in einer Größe, die zu den "umliegenden" Erinnerungen passt; er kann sie auch verblassen lassen ... was auch immer sie zu einer
von vielen Erinnerungen macht, die jetzt nicht mehr wichtig sind.
Lassen Sie uns nun zwei praktische Anwendungen durchspielen:
1. Technik: Gedanken aufräumen
Viele Leute klagen darunter, dass sie "den Kopf voller Gedanken" haben. Diese Gedanken
beziehen sich in den allermeisten Fällen auf Vergangenheit ("Das hätte ich sagen sollen!" oder "Wie konnte sie nur?") und Zukunft ("Das werde ich sagen!" oder "Übermorgen muss
ich sie anrufen!"). Natürlich kann es sinnvoll sein, Konsequenzen aus vergangenen
Erfahrungen zu ziehen und für die Zukunft zu planen – aber wenn nur immer wieder
dieselben Gedanken kreisen, dann wird dieses Grübeln unproduktiv und quälend. Dann"wissen" die Gedanken vielleicht einfach nicht, wo sie hingehören, und schweben frei im
Raum herum, ohne Sinn, und warten darauf, einsortiert zu werden.
Es ist es ein bisschen wie in einer Gespenster-Geschichte: Die Gedanken irren umher,
weil sie keine Ruhestätte finden. Diese Ruhestätte ist der Ort auf der Timeline, wo sie
hingehören. Wir könnten es auch als "mentales Feng Shui" beschreiben: Wir räumen die
Gedanken auf und sortieren sie an der richtigen Stelle ein.
Wenn Sie also "den Kopf voller Gedanken" haben, wenn Sie grübeln und damit aufhören
möchten, dann probieren Sie folgendes aus: Überprüfen Sie, ob es momentan etwas aus
den Gedanken zu lernen gibt. Enthalten die Gedanken wichtige neue Informationen?
Wenn ja, dann machen Sie sich erst klar, was Sie lernen möchten, bevor Sie die nächsten
Schritte durchgehen.
Wenn nein, dann stellen Sie sich Ihre Zeitlinie vor: In welcher Richtung liegt "vorige
Woche", "voriges Jahr", "meine Kindheit"? Und wohin führt die Zukunft? Wo ist "nächste
Woche", "nächstes Jahr", "das Jahr 2030"?
Nehmen Sie nun einen Gedanken, der immer wieder auftaucht, und sortieren ihn an den
Platz ein, an den er gehört. (Zum Beispiel gehört der Gedanke "Übermorgen rufe ich sie
an!" an die Stelle auf Ihrer Timeline, die "übermorgen" anzeigt.) |